Episode 17: Crashkurs Naturrecht

Eine kurze Zusammenfassung zur Objektiven Moral (siehe Episode 12), über Richtig und Falsch, Verantwortung, das Gewissen und das Naturrecht. Was begründet Naturrecht? Wie integriert man es in sein Leben?

Können wir den Unterschied zwischen Richtig und Falsch objektiv erkennen? Prüfe selbst:
Was ist der Unterschied zwischen Sterbehilfe und Mord?
Was ist der Unterschied zwischen einem Boxwettkampf und einem tätlichen Übergriff?
Was ist der Unterschied zwischen Sex und Vergewaltigung?
Was ist der Unterschied zwischen einem Geschenk und einem Raub?
Was ist der Unterschied zwischen Gastfreundschaft und Einbruch?
Was ist der Unterschied zwischen einem Angebot und Nötigung?
Was ist der Unterschied zwischen einem Meditationsretreat und Freiheitsberaubung?
Was ist der Unterschied zwischen dem Konsum eines Theaterstücks und dem einer Lüge?

Ersteres geschieht im Konsens, Letzteres wird aufgezwungen.
Ersteres verursacht keinen Schaden, Letzteres stellt einen Akt der Gewalt dar.
Ersteres ist ein Naturrecht, Letzteres ist eine Naturrechtsverletzung.

Ein (Natur-) Recht ist jede Handlung, die Anderen keinen Schaden initiiert. Rechtes (i.S.v. richtiges, moralisches) Verhalten ist vom Naturrecht gedeckt.
Jeder Mensch hat dieses Recht qua Geburt. Rechtes Verhalten ist persönlich, ist kein Privileg und kann deswegen nicht abgesprochen oder übertragen werden. Es ist unveräußerlich.
Was bedeutet das in Bezug auf den Gesellschaftsvertrag und die Verfassung?

Objektive Moralität:
am Leben zu bleiben, unseren Körper zu schützen, über unseree Sexualität zu bestimmen, unser Eigentum zu schützen, die Sicherheit der Unterkunft zu erhalten, sich Drohungen zu entziehen, sich frei zu bewegen, sich unbehindert zu informieren.
Todsünden unter Naturrecht sind daher:
Mord, Körperverletzung, Vergewaltigung, Diebstahl, Hausfriedensbruch, Nötigung, Freiheitsberaubung, Irreführung

Faustformel: Goldene Regel;
oder Larken Rose: Du bist für dein eigenes Leben verantwortlich – schädige niemanden.

Wenn meine Rechte verletzt werden, habe ich das Recht, dies mit allen notwendigen und geeigneten Mitteln abzuwenden oder zu korrigieren bzw. anderen dabei zu helfen (Notwehr & Nothilfe). Kraftanwendung in diesem Zusammenhang sollte nicht mit Gewalt verwechselt werden (die Initiierung von Schaden).

Dürfen Regierungen oder Gesetze Naturrechte einschränken oder übertreten?
Eine simple Kontrollfrage lautet: Haben wir als Individuen das Recht, eine bestimmte Tat zu begehen?
Wenn nur zwei Menschen auf der Welt lebten, David und ich, wäre es mein Recht, d.h. moralisch ok, wenn ich ihn umbrächte, verprügelte, vergewaltigte, ausraubte, mich bei ihm einquartierte, ihn bedrohte, einsperrte oder belöge? Falls nein, dann gilt das auch für Gesellschaften von Millionen oder Milliarden Menschen. Ein Recht, das ich nicht habe, kann ich nicht delegieren.

  • Wenn eine Handlung recht ist, dann liegt es an mir, sie auszuführen. Ich brauche dafür kein juristisches Gesetz. Jurist.Gesetze, die in Übereinstimmung mit dem Naturrecht stehen, sind überflüssig. Daher braucht es keine Verfassung mit Menschen- und Bürgerrechten.
  • Nein? Dann können wir dies auch nicht als „Recht“ an Regenten oder an Institutionen übertragen. Daher gibt es keinen Gesellschaftsvertrag. Ein juristisches Gesetz, das gegen Naturrecht verstößt, ist unmoralisch und sollte nicht befolgt werden. (s.a. Radbruchsche Formel), denn die Folge ist eine unfreie, ungerechte und unfriedliche Gesellschaft.

Warum die Übertragung von Rechten und die Gewährung von Freiheiten nicht möglich sind:
Da wir alle frei geboren sind, ergibt es keinen Sinn, Freiheiten zu gewähren. Auf sie zu verzichten bedeutet, die eigene Souveränität abzutreten, d.h. die Gesellschaft wird insgesamt Unfreier, nicht nur für mich. Darum ist dies eine unmoralische Handlung. Das Karma holt mich trotzdem ein.
Wenn ich meine Rechte an andere abtrete (vermeintlich), dann versuche ich, mich meiner persönlichen moralischen Verantwortung zu entziehen. Das geht nicht. Man ist immer moralisch verantwortlich für das, was aus dem eigenen Handeln oder Nicht-Handeln folgt. Auf jede Handlung folgt eine Antwort, eine Konsequenz (Karma, Ursache-Wirkung), Verstöße gegen Naturrecht münden in einer Verschlechterung der Situation, es einzuhalten verbessert sie.

Daher nennt man die naturrechtliche Moral die objektive Moral; menschliches (“positives”) Recht ist irrelevant.

Es herrscht viel Unsicherheit über das, was richtig und falsch ist, und oft wird behauptet, es gebe dazwischen keinen objektiven Unterschied. Moral sei relativ oder sogar irrelevant. Dem möchte ich entschieden widersprechen. Postmodernismus und Solipsismus sind Pseudophilosophien.
Dieses Wissen um Richtig und Falsch ist notwendig, damit wir dem Naturrecht entsprechend korrekt handeln. Die Fähigkeit, richtig von falsch zu unterscheiden, gehört zu den Dingen, die Bewusstsein ausmachen.
Das Gewissen IST eine Form des Wissens. Das steckt bereits im Wort: gewiss / Wissen. Es sagt uns intuitiv, was richtiges und falsches, rechtes und unrechtes, moralisches und unmoralisches Verhalten ist.
Leider ist es oft entweder unter Bergen von Informationsmüll begraben.

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