Episode 118: Studentenfutter – Fragen zum Naturrecht beantwortet 1

In den vergangenen sechs Sendungen stellte ich am Ende jeweils eine Frage zum Naturrecht und den geheimen Wissenschaften. Einige der Fragen kamen von Zuhörern, was ich auch weiterhin ermutigen möchte. In der aktuellen Sendung nun mein Vorschlag der Auflösung.

  1. Was ist DIE eine Bedingung, unter der Evolution möglich wird und wie übersetzt man sie in zielführendes Handeln? (112)
    • Liebe. Durch Moralität. Mit Hilfe des Triviums.
  2. Woher will ich wissen, ob mein korrektes Handeln nicht langfristig doch Schaden anrichtet? (113)
    • Wetherill: Aus einer richtigen Handlung kann nur ein richtiges Ergebnis entstehen. Negative Sanktionen sind keine natürlichen Konsequenzen.
  3. Bezüglich eines Lebens nach dem Tode: Wenn wir den Energieerhaltungssatz wirklich ernst nehmen – was ist mit unseren psychischen Zuständen des Hoffens, Bangens, Liebens etc.? Wo werden die verwandelt oder geborgen? (114)
    • Innere Regungen wirken als Motivatoren, Triebkräfte.
    • Während wir leben, werden manche Regungen in Handeln umgewandelt. Mut oder Wut, Liebe und Wille sind Ausdruck einer gewissen Qualität und Quantität von Energie. Ohne sie bewegt sich nichts. Wir versinken in Faulheit, Apathie, Depression, schleichenden Tod.
    • Manche Regungen bilden Energiesenken ab. Manche Formen des Hoffens und sicherlich alle Furcht hemmen Bewusstwerdung und kreatives Handeln.
    • Wenn ich es recht verstehe, nehmen wir das, was in uns im Moment des Todes lebendig ist, mit hinüber oder es verbleibt als eine Art Gespenst im Bewusstseinsfeld. Wie auch immer: Nichts geht verloren.
    • Jede Regung und jedes Handeln wirft Wellen: Die Welt ändert sich, mein künftiges Leben ändert sich. Je höher das Bewusstsein, desto besser können wir die Folgen überschauen.
  4. Warum hat Gott mehrere (oder vielleicht auch nur eine) Seelen erschaffen? [Frage nach Kausalität] (115)
    • Seelen = was?; individuierte Bewusstseine? Letztere sind Teil eines größeren Bewusstseins, das wiederum …
    • Ich bin ein solches, und ich stehe im Moment, da ich dies sage, auf einer Stufe der Jakobsleiter, die über einigen anderen Stufen liegt und gleichzeitig unter vielen weiter oben liegenden. Mein Antwortversuch wird für manche unverständlich bleiben, für andere enttäuschend flach ausfallen. Ich spreche nicht aus reiner Spekulation, aber Wissen möchte ich es ebenfalls nicht nennen. Nennen wir es ‚qualifizierte Vermutung‘.
    • Über Gott zu sprechen muss man mit größter Vorsicht. Er ist nicht irgendein Partikularding, das ich von außen betrachten kann, sondern er ist alles, und wir sind ein Teil von ihm. Wir schauen von innen. Es gibt aber einige wenige Dinge, die man logisch ableiten kann (e33).
    • Wie unten so oben – Wenn erfolgreiches Leben in geistiger Evolution besteht (e112), gilt das auch für das ALL? (Entsprechung, e35)
    • Das ALL ist alles, was war, ist und je sein wird. Es gibt kein Anderes. Es ist all-ein. Handelt es aus Langeweile? Spielfreude? Neugier? Ehrgeiz? Schwer zu sagen. Wenn es allwissend ist, wozu braucht es uns? Weil wir der geistige Prozess sind, über den es seine Kreativität auslebt bzw. sich selbst wahrnimmt? (Mentalismus, e34). Weil es die Dualität der zwei Geschlechter braucht, um schöpferisch tätig zu sein? (Geschlecht, e41)
    • Die Erfahrung der Separation ermöglicht erst die Erkenntnis des Einsseins (Kosmologischer Dualismus, e111). Ähnliches gilt für Begrenztheit vs Unendlichkeit, Freier Wille vs Absolutes Gesetz, Dunkel vs Licht usw.
    • Das ALL kann nur alles umfassen, wenn es auch das Gegenteil seiner selbst enthält. Dem All-Einen steht das maximal separierte Ego gegenüber. (Polarität, e38)
    • Die Veden sprechen vom Aus- und Einatmen Maha-Vishnus, das die Universen schafft resp. vernichtet. Entsprechend lebten Völker laut David Graeber & David Wengrow („Anfänge“) früher zwischen Selbst- und Fremdbestimmung wechselnd und in Harmonie mit dem Rhythmus der Jahreszeiten. (Entsprechung, e35 & Rhythmus, e39). Das Entstehen und Vergehen der Individuen könnte man als den Biorhythmus Gottes betrachten.
    • Leiten sich daraus Hinweise für rechtes Handeln ab? Insofern, als die Harmonisierung mit dem Willen des ALLs lebensförderlich ist. Wir sind alle Eins; was wir dem Anderen tun, tun wir uns selbst. All das geht jedoch schon aus unseren Lebenserfahrungen und den daraus formulierten Naturgesetzen hervor.
  5. Warum darf ich nicht verurteilen? (116)
    • Der Sinn von Urteilen über andere ist Strafe für Fehlverhalten (e66). Wie wir längst festgestellt haben, hilft das nicht weiter, sondern behindert Lernen, das zu Gerechtigkeit führt (e108).
    • Einer unserer Hauptwege des Lernens besteht in Versuch und Irrtum. Fehler sind Teil unserer Bewusstwerdung. Fehler zu verbieten ist lebens- und wahrheitsfeindlich
    • Menschen sind jederzeit frei, ihr Verhalten zu ändern. Du musst nur die Tür offen lassen. Wie Jesus sagte: Wer Ohren hat, zu hören, der höre. Nicht: Ich sage es nur den Auserwählten.
    • Ich kann außerdem nicht entscheiden, wer intelligent genug ist, zur Moralität verpflichtet sein zu müssen, daher ist auch kein Urteil gegenüber Unfähigen möglich.
    • Die Konsequenzen für Fehlverhalten teilt der Schöpfer durch die kosmischen Gesetze aus. Wer keine Macht über sie hat, kann auch keine gerechten Konsequenzen verhängen.
    • Notwehr ist keine Strafe.
  6. Was bedeuten die Graphiken auf meiner Website? (117)
    • Symbole für den Weg zur Wahrheit
    • Allsehendes Auge + Lichtkranz + Dreieck (Wahrheit, Freiheit, Weisheit)
      1. Auge: Gott und Luzifer
      2. Licht: Wahrheit
      3. Dreieck: Trivium
    • Ma’at + Narr + Tapis 1.Grades
      1. Maat: Wahrheit, Gerechtigkeit, kosmischen Ordnung = das Gute (vs. Isfet). Flügel = Schutz, Wahrheit und Gleichgewicht. Feder: Seelenwägung, Seele wird an kosm.Ordnung gemessen
      2. Narr: Torheit, Unschuld, Unbefangenheit, Neuanfang; wß.Rose=Reinheit; Klippe: Gefahr, Übergang; Hund: Instinkt; Sonne: reines Wissen
      3. Tapis im Hintergrund: Weg zur Wahrheit
      4. Gesamt: Initiationsprozess, spirit.Reise
    • Hermes, Sonne, Mond, Feuer
      1. Vater der Erkenntnis, Alchemie, Astrologie und Hermetik; 3xGrößter (Philosophie der Dreifaltigkeit: Hirn, Herz, Hand / wissen, verstehen, handeln)
      2. Geste: Magier, Einladung zur Erkenntnis
      3. Gegenstand: Armillarsphäre – ein astron. Instrument = Wissen über Kosmos & kosm.Harmonie
      4. Sonne: maskulines Prinzip, Geist; Mond: feminines Prinzip, Materie; Gegensätze vereint im Feuer des Willens: chymische Hochzeit,
      5. Landschaft mit Stadt: geistige Pilgerreise v. kultürl. Herkunft zu natürl. Ziel, von irdischer Niederung zu himml. Höhe, von Ignoranz zu Wissen.
    • Der Autor, Zohar, Festzug
      1. ein Mensch, dessen zentrale Fragen geklärt sind; er akzeptiert die Wirklichkeit, wie sie ist. Der Fanfarenzug interessiert ihn nicht.
      2. Der Zohar symbolisiert die Himmelsleiter, bestehend aus drei Wegen oder Säulen. Er bildet die geistige Orientierung und verlängert bzw. stärkt das Rückgrat seines Trägers.

Die Frageserie wird wöchentlich fortgesetzt. Ich nehme auch weiterhin gerne Deine Fragen entgegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert