Episode 136: Studentenfutter – Fragen zum Naturrecht beantwortet 4

    1. Weshalb sind linke Vorstellungen von Sozialstaat, Sozialismus und Kommunismus eine Sklavenreligion? (130)
      • Linke Vorstellungen von Freiheit und Gerechtigkeit durch Umverteilung sind eine Sklavenreligion, weil Lohnsklaven sich Erlösung im Glauben an eine durch Marx und andere Dogmatiker aufgestellten Doktrin bezüglich materieller Güter erhoffen, obwohl systematisch das Gegenteil des Erhofften eintritt: Die Beteiligten sind hernach nicht frei, über die Früchte ihrer Arbeit zu bestimmen (=ungerecht), sondern müssen sich bei Androhung von Gewalt der Macht von Staat bzw. Kollektiv unterordnen (=unfrei), damit das utilitaristische Ziel des Gemeinwohls angestrebt werden kann. Ihr sogenanntes Glück wird ihnen aufgezwungen und sie haben daran zu glauben, dass es sich um echtes Glück handelt, das als Endziel der Geschichte sowieso unvermeidlich sei. Freiwillige Kooperation und Nächstenliebe sind die Antwort.
    2. Was ist wichtiger, Wahrheitsliebe oder Menschenliebe? (131)
      • Liebe bedeutet sich öffnen und zuwenden. Wahrheit ist das, was wir von der Wirklichkeit wahrnehmen können. Der Mensch ist das mit der Fähigkeit zur Unterscheidung von Richtig und Falsch ausgestattete Lebewesen.
      • Wahrheitsliebe ist eine höhere Liebe, die Menschenliebe beinhaltet.
      • ohne Wahrheit keine korrekte Einschätzung von Richtig und Falsch.
      • Unrichtiges Verhalten ist falsches Verhalten, das zu Rechtsverletzungen führt, auch dann, wenn es aus Liebe zu Menschen geschieht.
      • Das bedeutet natürlich nicht, dass es neben Wahrheit keine anderen Güter gibt. Beziehung ist kein Ballast, sondern der Träger und Prüfstein der Wahrheit. Beziehung muss die Wahrheit respektieren, aber Wahrheit braucht die Beziehung, um lebendig zu werden. Eremitentum und Klausur sind kein Selbstzweck sondern dienen der Wahrheitsfindung. Wahrheit muss dann in Beziehung gelebt werden.
      • zB schrieb Christopher McCandless: „HAPPINESS ONLY REAL WHEN SHARED.“ (Into the Wild / Jon Krakauer).
    3. Reden wir über das Verhältnis von Naturgesetzen zum Naturrecht: Worin bestehen die Unterschiede, wie gehören sie zusammen? (132)
      • Natürliche Gesetze sind eine wirk-liche Tatsache des Universums, ewig und unveränderlich, da sie nicht vom Menschen festgelegt sind. Sie bestimmen die Folgen unseres Verhaltens (Ursache & Wirkung).
      • Naturrecht ist die Philosophie der natürlichen Gesetze bezüglich des Menschen. Es beschreibt die Folgen unseres Verhaltens: Was richtig also ein Recht ist, und was falsch also ein Unrecht ist. Das Recht kann unterschiedlich formuliert werden (→ Wahrheit).
      • Gesetze kann man nicht brechen, sondern nur zum Nachteil der Beteiligten missachten. Rechte kann man verletzen, verweigern und brechen, indem man sich unrichtig verhält, d.h. die natürlichen Gesetze missachtet. Man erntet dafür jedoch karmische Folgen.
    4. Freiheit bedeutet nicht, dass man seinen Begierden folgt, sondern im Gegenteil, dass man von ihnen frei ist. (Liberty does not mean to follow one’s desires but, on the contrary, to be free from them.) – Mirra Alfassa (133)
      • Seine Sicht auf das einzuschränken, was man begehrt, schränkt auch das Handeln ein. Man ist nicht mehr frei, Wege zu probieren, die am Begehren vorbeiführen.
      • Darüber hinaus orientiert sich das Handeln an Lustbefriedigung, nicht an Moral, dh. Unrecht erscheint richtig, wenn es Befriedigung verschafft. Wo Unrecht herrscht, kommen Lüge und Gewalt und damit Sklaverei in die Welt.
    5. Darf ich das Wohlergehen des Individuums opfern, um die Mehrheit vor Schaden zu bewahren? Warum (nicht)? (z.B. entführtes Flugzeug abschießen, Hitler als Kind töten, Hitler als Führer töten) (134)
      • Ein individueller Schadensverursacher darf in Notwehr aufgehalten werden (z.B. ein Räuber oder der „Führer“)
      • „Kollateralschaden“ ist jedoch nicht vom Notwehrrecht gedeckt. Das Recht, in Ruhe gelassen zu werden, gilt für jeden Einzelnen, solange er selbst keinen Schaden initiiert. Entführte Passagiermaschinen dürfen also nicht abgeschossen werden; und auch nicht Hitler als Kind (oder der Kronprinz des Tyrannen) getötet werden, wenn das technisch möglich wäre.
      • Das Bundesverfassungsgericht definiert die Menschenwürde anhand der Objektformel: Der Mensch darf nicht zum bloßen Objekt des Handelns, lediglich einer Sache, gemacht werden und darf daher keiner Behandlung ausgesetzt werden, die die eigene Subjektqualität verneint. Der Staat setzt sich bekanntermaßen andauernd und neuerdings wieder vermehrt darüber hinweg.
      • Kant: Der Mensch und überhaupt jedes vernünftige Wesen existiert als Zweck an sich selbst, nicht bloß als Mittel zum beliebigen Gebrauch für diesen oder jenen Willen.
    6. Warum führt Lüge zwangsläufig zu Leid – auch wenn niemand sie durchschaut? (135)
      • Leid entsteht aus der Diskrepanz zwischen dem Erwarteten und dem Tatsächlichen, dem Wunsch und der Wirklichkeit.
      • Die Diskrepanz ist die Folge einer Selbst- oder Fremdtäuschung, die man, wenn sie absichtlich erfolgt, auch als Lüge bezeichnet.
      • Der Lügner muss in verschiedenen Realitäten leben, um die Lüge parallel zur Wahrheit aufrecht zu erhalten.
      • Der Lügner muss sich selbst vor Entdeckung schützen bzw. die Geltung seiner Lüge bewahren, und landet bei offener Gewalt, wenn er das in aller Konsequenz tut.
      • Die Entdeckung der Lüge und die Gewalt führen zu Vertrauensverlust und damit zur Zerstörung von Bindungen.
      • Der Belogene wird von der Wirklichkeit abgeschnitten und handelt falsch, erhält also negatives karmisches Feedback.
      • Die Lüge und die aus ihr resultierenden falschen Handlungen stören die Ordnung und führen zu schmerzhaften karmischen Konsequenzen.

    Literatur:

    • Zwei Masken – ein Gesicht. Die dunkel-okkulten Ursprünge von Nazismus und Kommunismus (3 Teile) / Mark Passio, 2023
    • Zwei Masken, ein Gesicht [Kurzfassung] / gelesen v. Herbert Schäfer, 2025
    • In die Wildnis (Into the Wild) / Jon Krakauer. – Piper, 1996/2007
    • Grundlegung zur Metaphysik der Sitten / Immanuel Kant, 1785

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