Viele Menschen, mit denen ich spreche, sind der Ansicht, man müsse die Nachrichten verfolgen, weil man doch informiert sein sollte. Zu beobachten ist dabei, dass dieser Auftrag, wenn überhaupt, nur durch Gefahrenprävention begründet werden kann, widersinnigerweise die nachrichtlich erworbenen Informationen jedoch meistens keine oder keine positive Verhaltensänderung bewirken. Wozu sind sie dann gut? Brauchst du diese Informationen wirklich? Was müsstest du denn tatsächlich wissen? Und wofür?
Meine Arbeit der Aufklärung über Naturrecht, objektive Moralität, Bewusstwerdung und Selbstbestimmtheit zielt nicht auf das rein intellektuelle Verständnis, sondern auf ein tieferes philosophisches Verständnis (Liebe zur Weisheit). Und das bedeutet, man versteht etwas so tief, dass es einem am Herzen liegt und man einen Handlungsimpuls spürt.
Wikipedia: „Weisheit bezeichnet vorrangig ein tiefgehendes Verständnis von Zusammenhängen in Natur, Leben und Gesellschaft sowie die Fähigkeit, bei Problemen und Herausforderungen die jeweils schlüssigste und sinnvollste Handlungsweise zu identifizieren.“
Mit anderen Worten, Weisheit – und damit auch Philosophie – zielt auf rechtes Handeln ab. Richtig von Falsch unterscheiden zu können ist eine moralische Frage.
Weisheit in Vollendung ist also eine zielführende moralisch richtige Handlung, und sie resultiert aus dem Trivium-Prozess des Erkenntnisgewinns: 1) beobachten, 2) verstehen, 3) handeln.
Wenn man sich informiert hat, hat man also lediglich den ersten Schritt des Triviums getan. Was fängt man mit der Information an, ist die drängende nächste Frage. Kann man sie im zweiten Schritt in Wissen ummünzen, was bedeutet, man weiß, welches Verhalten im dritten Schritt daraus folgen muss?
Denn die Information als solche enthält keine Handlungsaufforderung. Es ist die Bedeutung, die wir (im zweiten Schritt des Triviums) der Information beimessen, die bestimmte Handlungsweisen geraten sein lässt. Das Wort Bedeutung besagt bereits, dass eine Sache ausgelegt und sie auf diese Weise be- oder verarbeitet wird. Ohne dieses subjektive Element der Deutung unserer Wahrnehmungen können wir nicht handeln. Ohne Deuter keine Bedeutung, und ohne Bedeutung keine Handlung.
Wie entsteht Bedeutung? Wenn man sich informiert hat, stellen sich drei Fragen: Ist es wahr, ist es wichtig (dh hat es Bezug zu meinem Leben), ist es wertvoll (iSv nützlich, anwendbar).
Diese sogenannten drei Siebe der Weisheit gehen auf Sokrates zurück und wurden von meinem Kollegen Matthias Schirmer sinnvoll für den heutigen Gebrauch abgewandelt. Seine Sendereihe „Kosmisches Grundwissen“ auf dem Vatono-Kanal kann ich nur empfehlen. Du findest ihn auf fast allen Plattformen, auf denen auch ich vertreten bin.
‚Wichtig‘ und ‚wertvoll‘ sind Kategorien, die ein ‚um etwas zu tun‘ oder ein ‚für etwas‘ verlangen, hängen also vom Betrachter ab. Nur wenn alle drei Fragen (nach wahr, wichtig & wertvoll) positiv beantwortet werden können, das heißt, du persönlich deine Handlungsweise daraus ableiten kannst, ist eine Information es wert, gesucht, bedacht und behalten zu werden.
Bezüglich der Nachrichten und angeschlossener Kommentare beobachte ich, dass dieses Wissen meist unverifizierbar, oft für das eigene Leben nicht relevant und fast immer unnütz ist – außer auf einer sehr generellen Ebene der Formung eines Weltbildes. (Achtung: Gefahr der Gedankenkontrolle // Redundanz bringt einen nicht weiter.)
Information, die einen Wert haben soll, muss zu einem Handlungsauftrag führen. Was heißt es, wenn ich erfahre, dass…
– Jeffrey Epstein Mädchenhandel betrieben hat,
– Im Land XY ein neuer Präsident an die Macht gekommen ist,
– Der VfB Stuttgart auf Platz 4 steht,
– In Gaza ein Völkermord verübt wurde und im Iran Krieg herrscht,
Tue ich etwas mit der Info? Und wenn ja, auf welche Weise handle ich richtig? Dazu muss ich wissen, was objektiv richtig bzw. falsch ist. Richtig ist alles, was anderen fühlenden Wesen keinen Schaden initiiert. Falsch ist alles, was Schaden initiiert. Initiieren bedeutet, unprovoziert etwas zu nehmen, zu verändern, zu beschädigen oder zu zerstören, was einem nicht freiwillig gegeben wurde, u.a. Leben, Gesundheit, Selbstbestimmtheit, Sicherheit, Besitz und Wahrheit. Es schließt also auch immaterielle Güter ein. Nur wenn mich jemand auffordert, ihm etwas zu nehmen (ihm zB Hilfe zu leisten), oder er mich als Erster unaufgefordert bedroht oder tatsächlich schädigt (Notwehr), darf ich ihm rechtmäßig Schaden verursachen.
Ignoranz – insbesondere bezüglich dieses universellen Gesetzes der Moralität – ist bereits im alten Ägypten als das Böse betrachtet worden, denn unwissendes Handeln erzeugt unnötigen Schaden.
Mein vordringlichster Auftrag im Leben lautet also, meine Ignoranz zu reduzieren, insbesondere Richtig von Falsch korrekt zu unterscheiden, dh mich selbst zu informieren: Falschwissen abzubauen, Wissenslücken zu schließen;
zweitens das eigene Handeln anzupassen: Keinen Schaden mehr anzurichten, aktiv bzw. kreativ zu sein;
drittens andere Menschen zu informieren und dabei zu unterstützen, ins rechte Handeln zu kommen. Denn die Summe des Guten in einer Gesellschaft entsteht aus der Summe des moralisch richtigen Verhaltens in ihr. Wenn du hingegen allein bleibst mit deinem Wissen, wirst du weiterhin die negativen Folgen des Fehlverhaltens anderer zu spüren bekommen.
Gutes Handeln bedeutet, mit dem rechten Wissen ausgestattet intelligent, sorgend und mutig für die Moralität einzutreten. Dies ist gleichzeitig eine treffende Beschreibung für Philosophie.
Literatur:
- Die 3 Siebe der Weisheit – Kosmisches Grundwissen Folge 117 / Matthias Schirm, 2026
