Natur = Das Ungeformte, Ungezähmte, So-Belassene, von selbst geschehende, allein den Kräften folgende.
Kultur = Das vom lebendigen Wesen (insbesondere dem Menschen) zweckmäßig Geformte.
Tiere zählen wir zur Natur, aber wir sagen auch, sie formen Kulturen. Zurecht. Tiere haben einen Willen. Sie reflektieren wahrscheinlich nicht wie wir – aber sie handeln zweckhaft, lernen, passen sich an, beeinflussen ihr Umfeld. Wenn Kokreation heißt: Wirkung auf die Daseinsbedingungen durch bewusste Wahl, dann könnten Tiere ebenfalls als Kokreatoren gelten.
Manche sagen, Technologie sei ebenfalls natürlich, weil Menschen natürlich seien. Das führt den Naturbegriff ad absurdum, der nur Bedeutung hat, wenn ihm die Kultur – wie auch immer definiert – gegenüber steht. Technologie ist nicht natürlich, sie ist kultürlich. Sie entsteht nicht von allein, weil ein Naturgesetz wirkt, sondern ist ein Ausdruck menschlichen Willens.
Menschliche Kultur – menschlicher Wille in seiner gegenwärtigen generellen Stoßrichtung – sucht die Überwindung der Natur statt der Harmonisierung mit ihr. Das spiegelt sich in den Technologien als solchen (welcher Art sie sind), vor allem aber in ihrer Anwendung. Gute Beispiele hierfür sind Nuklear-, Nano- oder strahlungsbasierte Technologie iGgs zu Victor Schaubergers Wassertechnologie oder der Bio-Technologie „primitiver“ Gemeinschaften. Der überwiegende Teil der Technologie heute ist aus Furcht entstanden und dient der Kontrolle, Eroberung, Vereinnahmung, Überwindung, Zerstörung, also der Beförderung separativer Ziele.
Geltung der Moralgesetze
Moralität ist die bewusste Unterscheidung zwischen objektiv Richtig (Gut) und objektiv Falsch (Böse) in Bezug auf soziale Interaktion.
- Die unbelebte Natur ist nicht moralisch (da nicht sozial & da ohne Willen)
- Die belebte Natur ist vormoralisch (macht in sozialer Hinsicht kaum Gebrauch vom Willen)
- Intelligente Wesen (zB Menschen) sind den Moralgesetzen unterworfen.
Weshalb gelten für diese drei Bereiche scheinbar verschiedene Gesetze? Nur dem Schein nach. Das Universum ist selbstregulierend. Die akademisch anerkannten physikalischen Gesetze wirken auf alles Seiende gleichermaßen, lebendig oder nicht. Dank ihrer Intelligenz können Lebewesen dem Maß ihrer Erkenntnis der natürlichen Gesetze entsprechend die Wahl treffen, wie sie sich diese zunutze machen wollen.
Menschen haben zB die Schwerkraft ausgetrickst, indem sie sich die Aerodynamik zunutze machten. Wenn sie die entsprechenden Gesetze nicht kennen oder missachten, richten sie Schaden an, zB stürzt dann ein Flugapparat ab. Schaden beeinträchtigt das Leben. Betrifft das andere fühlende Wesen, nennen wir es falsch, bzw. bei Vorsatz oder Gleichgültigkeit böse.
Unrichtiges Verhalten beeinträchtigt die Lebensqualität und -fähigkeit der entsprechenden Spezies, sowohl der Tiere als auch des Menschen. Insofern Lebewesen keine bewusste Entscheidung für schadfreies Verhalten treffen, reduziert der Schaden die Fähigkeit, weiteren Schaden anzurichten. Das ist mit der „Selbstregulierung der Natur“ gemeint. Ein Beispiel hierfür sind die Populationszyklen der Beutegreifer, die in Abhängigkeit von der Zahl der Beutetiere schwanken. In gleicher Weise zerstört der allgegenwärtige Mangel an Moralität die Lebensgrundlage der Menschen.
Vorsätzliche Tötungen sind in der Tierwelt an der Tagesordnung. Vormoralisch nennen wir Tiere, weil sie zwar genau wie wir auf dem Weg zu höherem Bewusstsein sind, aber bisher nicht in der Lage oder willig zu sein scheinen, ihre Ernährungsgrundlage zu ändern. Moralität gibt es nur dort, wo bewusste Entscheidungen getroffen werden.
Nebenbemerkung: Interessanterweise gibt es Beispiele für Nächstenliebe in der Tierwelt. Selbst gesehen habe ich ua. einen Hahn, der Küken erzieht, sowie eine Ziege, die Streit schlichtet. Im Internet findet man mehrere Videos von Hunden, die einem Fisch Wasser zuzuführen versuchen oder Tiermütter, die den Nachwuchs fremder Spezies großziehen.
Zusammenfassend: Menschen, die die natürlichen Gesetze kennen, können die bewusste Wahl treffen, welche Folgen sie bekommen wollen, indem sie sich auf eine bestimmt Weise verhalten. In sozialer Hinsicht nennen wir solche Entscheidungen Moralität. Abhängig vom dabei angerichteten Schaden nennen wir das Verhalten gut bzw böse.
