Jubiläum
Ende August 2023, diese Woche vor drei Jahren, haben mein Co-Moderator David und ich die erste Bannbrecher-Episode veröffentlicht. Seither erschien ohne Ausnahme jede Woche ein neues Video von durchschnittlich 1h Länge.
Durch Davids Ausstieg noch im Gründungsjahr 2023, Hardwareveränderungen und Umzüge wurden mehrfach Anpassungen des Erscheinungsbilds der Videos nötig.
Insgesamt wurden sie 75.000x angeschaut. Monatlich erhalten meine Sendungen zZ 3000 views. 70% davon läuft auf Bitchute. Youtube spielt nur noch eine geringe Rolle. Ich merke sehr deutlich, wenn der Algorithmus mich pusht – oder unter den Tisch fallen lässt, wenn ich mal wieder zu viel über Anarchismus geredet habe, wie in den letzten beiden Monat.
Die anderen Plattformen, Rumble, Odysee, Brighteon und Spotify, rangieren leider unter „ferner liefen“. Ich betreibe diese Kanäle, um sie zu unterstützen bzw auch, um unabhängig von der Willkür einzelner Plattformen zu bleiben. Auch wenn ich mich über mehr Akzeptanz freue, sind Zuschauerzahlen sekundär gegenüber der Botschaft und ihrer Präsenz im öffentlichen Raum. In dieser Hinsicht gibt es keine Kompromisse.
Vorrede
Üblicherweise geht es bei Bannbrecher & Dammbrecher um Naturrecht und objektive Moralität. Diese beschreiben das absolute Minimum, das nötig ist, das menschliche Miteinander harmonisch mit den Naturgesetzen zu gestalten: Richte keinen Schaden an. Nimm nichts, das dir nicht freiwillig gegeben wurde, und lass dir auch nichts nehmen. Das ist das absolute Minimum; Kindergartenniveau. Und es ist selbstverständlich nicht das Ende der Möglichkeiten, ein gutes Leben zu führen. Es geht noch viel mehr, und das soll Thema der heutigen Episode sein.
Care
Als ich vor drei Jahren mit Reimer Gronemeyer über Tugend sprach, war gerade sein Buch „Die Rettung der Pflege: Wie wir Care-Arbeit neu denken und zur sorgenden Gesellschaft werden“ erschienen. Wir unterhielten uns außerhalb des Interviews über die seltsame Wortwahl: care. Schon der Titel gibt den ersten Hinweis, wo das Problem damit liegt: Pflege und Sorge tauchen hier im selben Atemzug auf, aber es gibt keinen gemeinsamen deutschen Oberbegriff, noch nicht einmal, um das professionelle Sich-um-Menschen-Kümmern abzudecken.
Während Bezeichnungen wie Liebe, Furcht, Glück oder Freiheit im Deutschen viel zu undifferenziert verschiedene Begriffe in ein Wort packen, gibt es andererseits für das, was man im Englischen mit care bezeichnet, keine passende Übersetzung. Schauen wir uns an, wie fein das Deutsche hier stattdessen untergliedert:
Es fällt auf, dass bis auf den Kummer alle deutschen Übersetzungen für care grammatisch feminin sind und es sich dabei weitgehend um Dinge handelt, die einem am Herzen liegen können. Laut der etymologischen Forschung ist care jedoch nicht aus dem lateinischen cor (=Herz) entstanden, sondern aus dem altsächsischen, althochdeutschen und gotischen kara (=Kummer). Erst später entstand kulturell eine begriffliche Verbindung zum Herz als Sitz von Mitgefühl, Liebe und Fürsorge.
Liebe = sich öffnen, zuwenden
Die Verbindung zum Femininen im Deutschen ist ebenfalls interessant, da sie mit der kulturellen Rolle der Frau als Sorgende und Liebende übereinstimmt, die sie in der Familie ebenso wie in Pflegeeinrichtungen übernimmt (Ausnahmen bestätigen wie so häufig die Regel).
Zudem gibt es eine Korrelation zum hermetisch femininen Geschlecht, welches das empfangende Element einer kosmischen Dualität von feminin – maskulin darstellt. (Ep. 41: nehmend – gebend, passiv – aktiv, Emotion – Vernunft, subjektiv – objektiv, nährend – schützend, holistisch – fokusiert, verbindend – sezierend, werdend – seiend)
Die Linguisten schreiben die Verbindung zum Femininen hauptsächlich grammatischen Mechanismen und kulturellen Gebräuchen zu, aber selbst wenn das so wäre, stünde die Frage im Raum, weshalb diese sprachlichen und kulturellen Formen entstanden. Ich denke, das geschah mindestens intuitiv, wenn nicht sogar absichtlich aus der Erkenntnis der natürlichen Gesetzmäßigkeiten.
Mark Passio erachtet Care als das achte große hermetische Prinzip, das die Voraussetzung für willentliches Handeln ist. Alle anderen Prinzipien beschreiben natürliche Gesetzmäßigkeiten, deren Erkenntnis wir für unsere Zwecke zunutze machen können. Das aber wird erst möglich, wenn wir Antrieb haben, tätig zu werden. Dieser Antrieb ist Care – das Sich-Kümmern um etwas. Es kümmert mich jedoch nur, was mir am Herzen liegt, wie man auf Deutsch so schön sagt. Wenn das Herz, von dem Care ausgeht, geöffnet ist (=Liebe), richtet sich dieser kümmernde, sorgende Impuls auf den Nächsten. Weil mir nicht egal ist, wie es dem Nächsten geht, möchte ich ihm in seiner Not helfen bzw. möchte ich ihm etwas Gutes tun.
Das Gute ist eine richtige Handlung (also eine, die keinen Schaden initiiert), die dem Willen des Gegenübers entsprechend wirkt. Die Aktivierung von Care – in diesem Fall passend als Liebe zu bezeichnen – ist die Voraussetzung für rechtes Handeln entsprechend den natürlichen Gesetzen von Ursache und Wirkung und auch für die Verwirklichung des generativen, kreativen Prinzips. Wenn mich der Andere nicht kümmert oder wenn mich die Gesetze nicht kümmern, sind gute, richtige Handlungen unmöglich.
Rechte sind Teil des femininen Prinzips. Werden sie verletzt, ist der Beistand des maskulinen Prinzips gefragt: des tatkräftigen Schutzes des Rechts. Notwehr bzw. Nothilfe, mit anderen Worten.
Literatur:
- Vatono-Kanal bzw. Kosmisches Grundwissen / Matthias Schirm
- VERITAS (@VERITAS-r3q) / Florian (Österreich)
- Gaia-Akademie / Florian (Deutschland)
- Johannes günther
- Heilung durch Wahrheit / Christian
